06/12/2010 08:48 Publié dans Mailbox (ma chronique dans la SonntagsZeitung) | Lien permanent | Commentaires (1)

Lieber Julian Assange

Lieber Julian Assange,

Sie wollen in die Schweiz kommen. Wozu eigentlich? Weil Sie hier suchen, was Sie andern nicht gönnen: Privacy. Sicherheit? Ich weiss nicht, ob Sie zur Schweiz passen. Bei uns kommen nämlich Fundis aller Art nicht so gut an. Sie haben aber diesen « Blink in the eye » des Fanatikers, des gnadenlosen Weltverbesserers, des Oberfundis. Sie selbst sehen sich heute als Helden der Transparenz. Gerade wir Journalisten sind ja schon für mehr Transparenz. Aber was Sie organisieren, hat mehr mit Inkontinenz zu tun: da wird einfach die ganze Blase auf den Boden geleert. Das Vorgehen ist ja auch vom Marketing-Standpunkt aus gesehen eher ungeschickt. Jeden Monat nur ein Landes-Dossier rauslassen, wäre für Sie - und für uns - viel ergiebiger gewesen. Aber das ist vielleicht Ihr Problem : Nur in der Masse wirkt das Material. Letztlich ist durch Ihr Leck nämlich kein einziges Verbrechen oder Komplott aufgedeckt worden. Wir erfahren nur, dass erwachsene Diplomaten hinter verschlossenen Türen die Wahrheit undiplomatisch formulieren. Die Message heisst : Unter den Kleidern ist der König nackt. Das wissen aber auch Putin und Merkel längst. Die amerikanische Diplomatie, der wir – dank Kino und Thrillern- bis gestern fast alles zugetraut haben (Erpressung, Mordkomplotte, Folterberatung, etc), kommt dabei eigentlich ganz gut weg. Fast zu gut. War das etwa Ihr Ziel ? Werden Sie gar von der CIA finanziert? Packen Sie endlich aus ! Die ganze Welt möchte eigentlich nur eins wissen : wer Sie wirklich sind. 

Herzlich

Peter Rothenbühler

 

Commentaires

Tu réfléchis, lobotomisé de peter ? Tu crois vraiment que la CIA va financer un organisme qui dénonce les saloperies des compagnies américaines à l'étranger comme Pfizer ? allo, peter, bist du verrückt ?

Écrit par : quel crétin | 11/12/2010

Les commentaires sont fermés.