12/12/2011 11:16 Publié dans Mailbox (ma chronique dans la SonntagsZeitung) | Lien permanent | Commentaires (0)

Lieber Vitus Huonder

Lieber Vitus Huonder

Schön, wie Sie uns immer wieder daran erinnern, dass es auch hierzulande religiöse Fundis gibt, die dem Staat ihre moralischen Vorstellungen aufpfropfen möchten. Und nicht nur bei den retardierten Beduinenvölkern. Auch Ihr Emirat, eh, Bistum Chur, schockiert regelmässig mit unzeitgemässen Bannstrahlen. Und erst noch zu Eurem Lieblingsthema, dem Sex, bei dem die Kirche ja eine optimale Glaubwürdigkeit hat. Bei aller Verbohrtheit, die Ihnen Ihre Gegner vorwerfen, sind Sie hochmodern, schiessen Ihre Missiven im dominikalen Auditorium maximum, den Sonntagsblättern, ab und nicht vor leeren Kirchenbänken. Ich frage mich nur, ob Ihnen bewusst ist, dass Sie eine Art Spiegelbild der radikalen Muslime abgeben, wenn Sie zum Beispiel ein «Widerstandsrecht» gegen Schulprogramme fordern, die den religiösen Vorstellungen der Eltern nicht entsprechen. Genau das wollen auch jene Muslime, die ihre Töchter von Turnunterricht und Schwimmen dispensieren möchten. Nun will ich Sie aber keineswegs entmutigen. Von mir aus können Sie noch mehr Gothika auffahren. Warum nicht im «Club» die Stigmata an Ihren Händen vorzeigen oder Vital-Huonder-Abziehbildli und -figürchen auf den Markt werfen? Genau so, wies die «Diener des Leidens» aus der Gefolgschaft von Padre Pio in Italien tun. Zu denen ja fast all Ihre direkten Mitarbeiter gehören. Im Zeitalter von Heavy Metal dürfte Heavy Glauben auch sein Publikum finden. Darum nur weiter so! Es belebt die Konkurrenz.

Mit freundlichen Grüssen, Peter Rothenbühler

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