19/12/2011 10:43 Publié dans Mailbox (ma chronique dans la SonntagsZeitung) | Lien permanent | Commentaires (0)

Alain Berset

Lieber Alain Berset,

Sie sind mein Traum-Bundesrat, fotografisch gesehen. Aber nur, wenn Muriel Zeender Berset auch aufs Bild kommt. Und die Kinder. Endlich haben auch wir unsere Kennedys (minus die Frisur natürlich)! Seit Jahren wünsch ich mir einen solchen Bundesrat: jung, sportlich, lässig, an seiner Seite eine schöne, selbstbewusste junge Frau und als Tüpfchen auf dem i drei Kinder in einem Alter, wo sie sich noch knipsen lassen. Selbst ihre Mutter Solange ist hochfotogen, und erst ihr Grossvater: ein Opa wie aus dem Bilderbuch. Ich stelle mir das plastisch vor: Sie im neuen Büro und drei Lockenköpfe, die unter ihrem Pult durchschlüpfen, aufs Sofa klettern, auf Ihre Knie steigen. Oder: Das Ehepaar Berset liegt verliebt in einer blumigen Wiese, die Kinder tollen herum. Bei einem solchen «Bildmaterial» brauchts nicht einmal einen Hund für die emotionale Aufheizung. Wenn ich an Bersets denke, frohlockt der Fotograf in mir: nach einer langen Reihe Magistraten mit erwachsenem Nachwuchs oder widerspenstigen Halbwüchsigen oder erzdiskreten, farblosen Partnern endlich ein Paar, das mehr vorzeigen kann als eine eigensinnige Frisur (CalmyRey), eine nette Madame Unscheinbar (Burkhalter), einen bärtigen Schriftsteller (Sommaruga), ein Velo (Maurer), mehrere Hubstapler (Schneider-Ammann) oder eine Schuhsammlung (Leuthard). Sie haben mit ihrer Familie das Zeug zum besten Schweizer Politiker-Titelbild aller Zeiten. Da kann man doch nicht einfach Nein sagen, Herr Berset, oder? Bitte!

Sonntagszeitung, 18 décembre 2011

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