17/01/2012 16:07 Publié dans Sonntagszeitung Kolumne | Lien permanent | Commentaires (0)

Lieber Walter Andreas Müller

 

Lieber Walter Andreas Müller,  

Man hat Sie also beim Schweizer Radio und Fernsehen gleich doppelt abgesetzt («Zweierleier» und «Telefon ins Bundeshaus»). Ich finde, das ist ein ausgewachsener Skandal, vor allem die Art, wie dies geschah. Das ist nur noch unanständig. Und verletzend. Per Mail hat Ihnen also «Benissimo»-Regisseur Max Sieber mitgeteilt, dass er Sie nicht mehr brauche. Und die Begründung? Man müsse sparen. Ausgerechnet bei einer Lotterie-Sendung, wo das Geld nur so herumfliegt, dass ich nicht lache. Für Sieber ist offenbar nur wichtig, dass er regelmässig das mittelmässige Ballett unterbringen kann, mit dem er verbandelt ist. Da jammert die ganze Schweiz, dass bei uns jeder, der über Mittelmass hinauswächst, einen Kopf kürzer gemacht wird. Aber betrifft es mal beliebte Komiker wie Sie oder Birgit Steinegger, bleibt die flächendeckende Empörung einfach aus. Sie sind schlicht der beste Politiker-Imitator der deutschen Schweiz. In Frankreich oder Amerika würde Sie das Fernsehen vergolden, damit Sie nicht zur Konkurrenz gehen. Aber die gibts ja bei uns nicht. Die Monopolanstalt kann tun und lassen, was sie will. Ich verstehe gut, dass Sie jetzt links und rechts etwas verbitterte Interviews geben: Es bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, am Ende meinen die Leute sonst noch, Sie seien freiwillig gegangen. Wir, das Publikum, sollten eigentlich eine Demo organisieren: We want WAM! Wenigstens über Facebook. Aber was nützt es? Leutschenbach locuta, causa finita*.

Mit freundlichen Grüssen

Peter Rothenbühler

 

* Leutschenbach hat gesprochen, es ist entschieden

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