24/01/2012 11:05 Publié dans Sonntagszeitung Kolumne | Lien permanent | Commentaires (1)

Liebe Karin Frei

P E T E R R OT H E N B Ü H L E R

Liebe Karin Frei

Ich sah Sie nur ein paar Mal den «Club» moderieren, aber das reicht mir. Ihrer Kollegin Mona Vetsch habe ich auch einmal zugeschaut. Sie ist ein Augenschmaus, aber selbst die fesche Mona bewahrt nicht vor dem Wegzappen, auch bei ihr: nur noch Depro-Stimmung. Ein minderheitliches Betroffenheitsthema pro Monat geht ja. Aber nach «Mama hört Stimmen, Papa trinkt» gleich am nächsten Dienstag «Wenn Menschen spurlos verschwinden» und das im kalten Januar – das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Natürlich ist es leichter, ein Thema aus der Mottenkiste der Dargebotenen Hand zu nehmen, als aktuell zu Schiffskatastrophen oder Rücktritten von Skihelden Leute aufzubieten. Gemütlicher ist das schon – aber nur für Sie. Warum nicht wenigstens einmal pro Monat etwas Erfreuliches, wo der Zuschauer zum Wiederaufstellen nicht zwei starke Care-Drinks braucht? Warum immer Seelen erschüttern und nicht mal das Zwerchfell? Sie wollen offenbar nur Andacht und Geschpürschmi-Stimmung. Vor zwei Wochen haben Sie selbst das brandheisse Thema Hildebrand zu einem oberlangweiligen Leutschenbach-Geplätscher niedermoderiert. Ich nehme an, Sie interviewen nächstens «Menschen, die ins Wasser gehen wollten» und danach «Geschlagene Männer» . . . Sie haben das neue Jahr schon mit dem seltsamen Thema «Lebenshilfe aus dem Übersinnlichen» eingeläutet. Ich dachte, das sei ein Ausrutscher. Aber es scheint Programm zu sein. Ändern Sie bitte den Namen der Sendung: in «Psycho-Club».

Mit freundlichen Grüssen 
Peter Rothenbühler
 

Commentaires

herr peter rothenbühler

der comment zu karin frei ist ansichts- und geschmackssache + verzerrter blick von rothenbühler.

frau/man bewahre uns vor noch mehr "brandheissen themen", die gleichgeschaltet auf sämtlichen kanälen auf uns hereinbrechen.
garantiert unnötig, wie zur zeit vieles (oberflächliche).

ich nehme die gelegenheit wahr einzugestehen, dass ich sie seit "tele 24" prioritär als "understatement wichtigtuer" wahrnehme.
"understatment wichtigtuer" sind mir der grössere gräuel, als offensichtlich aufgeblusterte menschen, die sich ach so wortgewandt in szene schmeissen.

na dann, gut mainstream!

schöne grüsse aus thunfischsee
beat aegler
www.luo.ch

Écrit par : beat aegler | 04/02/2012

Les commentaires sont fermés.