13/02/2012 10:05 Publié dans Sonntagszeitung Kolumne | Lien permanent | Commentaires (0)

Lieber Philipp Müller

Lieber Philipp Müller

Schluss jetzt mit sich zieren! Sie sind der ideale FDP-Präsident. Einen Müller, der bei Giacobbo nicht Zweiter macht, das gabs noch nie! Bis zum letzten Sonntag. Wer dem Viktor so frech übers Maul fährt, punktet auch in Elefantenrunden besser als jeder andere. Ich weiss nicht, warum Ihre Partei derart Mühe bekundet mit der Kandidatensuche für Fulvio Pellis Nachfolge. Wenn ich das Anforderungsprofil lese, kommt mir nur Ihr Name in den Sinn: «Einwandfreier Leumund», «wirtschaftliche Unabhängigkeit von Partikularinteressen», «wirksamer Auftritt in den Medien», «Charisma», «guter Stratege» und so weiter. Sie sind finanziell unabhängig, haben keine belastenden Verwaltungsratsmandate, sind nicht mit dem Paradeplatz verbandelt, und die NZZ mag Sie nicht sonderlich. Das sind doch prima Pluspunkte! Politisch verkörpern Sie die Weissgeldstrategie und einen härteren Kurs in der Ausländerpolitik, Sie sprechen Französisch und haben das beste Alter, doch, doch, mit 60 fängt das Leben an, siehe Giacobbo. Zur Auffrischung stehen noch Isabelle Moret aus der Waadt und Christa Markwalder als Vizes startbereit. Schon bald Philipps Angels?

Aber eben, in einer Zeit, wo selbst Linke mit der schlingernden FDP Erbarmen haben müssen, ist es möglich, dass die Partei ihre Chance nicht sieht. Sie haben mal gesagt, als Präsident sei man oft der Blödmann. Macht Ihnen doch nichts aus, oder? Also, seien Sie nicht blöd, Mann, stellen Sie sich!

Mit freundlichen Grüssen

Peter Rothenbühler

«Die NZZ mag Sie nicht sonderlich – einer Ihrer Pluspunkte»

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