06/02/2012 09:14 Publié dans A propos de tout (ma chronique dans Le matin) | Lien permanent | Commentaires (0)

Sécurite


Les voyous se sentent bien à Lausanne

BRAQUAGES EN SÉRIE Le commandant de la police vaudoise, Jacques Antenen, demande aux commerçants et aux citoyens de mieux se protéger contre les cambriolages et de soutenir la police. Très bien. Mais on a envie de lui répondre que nous payons des impôts dans l’idée que le premier devoir des autorités est de garantir l’ordre et la sécurité. Or, à Lausanne, où les vols par effraction se multiplient à un rythme effrayant, les autorités font tout pour que les voyous venus d’ailleurs se sentent comme chez eux et les citoyens comme en Roumanie ou en Géorgie: la rue appartient aux dealers, aux alcoolos et aux mendiants.

Cher François Marthaler

Cher François Marthaler

J’apprends que vous, patron cantonal des Infrastructures, avez l’intention de communiquer abondamment sur le projet du nouveau Parlement cantonal, le fameux «Rosebud» (bouton de rose) qui ressemble davantage à une station de téléphérique qu’à un bouton de rose. Je me demande bien ce que vous voulez encore en dire.

Les pour et les contre se chamaillent autour d’un sujet secondaire: la couleur du toit. Sera-t-il marron comme présenté sur les maquettes ou gris comme prévu en réalité, ce qui ne plaît pas aux fans de tuiles.

Or, la question n’est pas là. Si référendum contre le projet il y a, les gens vont dire non à ce projet, non pas pour une question de couleur, mais parce que ce toit asymétrique est tout simplement moche. Pas beau à voir. Il faut juste l’avouer et enfin arrêter de prendre les citoyens pour des analphabètes de l’esthétique: juger un projet architectural est une affaire d’experts, nous rappelle-t-on sur un ton de maître d’école. Je veux bien que les questions techniques ne puissent pas être jugées par des amateurs, mais quand il s’agit d’esthétique, même un gamin de 4 ans pourra vous dire si la bâtisse est excitante, émouvante, belle à voir ou pas du tout. Les députés n’ont qu’à faire confiance à leur goût et ils sauront ce qu’il y a à faire.

Cordialement, Peter Rothenbühler

24/01/2012 11:05 Publié dans Sonntagszeitung Kolumne | Lien permanent | Commentaires (1)

Liebe Karin Frei

P E T E R R OT H E N B Ü H L E R

Liebe Karin Frei

Ich sah Sie nur ein paar Mal den «Club» moderieren, aber das reicht mir. Ihrer Kollegin Mona Vetsch habe ich auch einmal zugeschaut. Sie ist ein Augenschmaus, aber selbst die fesche Mona bewahrt nicht vor dem Wegzappen, auch bei ihr: nur noch Depro-Stimmung. Ein minderheitliches Betroffenheitsthema pro Monat geht ja. Aber nach «Mama hört Stimmen, Papa trinkt» gleich am nächsten Dienstag «Wenn Menschen spurlos verschwinden» und das im kalten Januar – das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Natürlich ist es leichter, ein Thema aus der Mottenkiste der Dargebotenen Hand zu nehmen, als aktuell zu Schiffskatastrophen oder Rücktritten von Skihelden Leute aufzubieten. Gemütlicher ist das schon – aber nur für Sie. Warum nicht wenigstens einmal pro Monat etwas Erfreuliches, wo der Zuschauer zum Wiederaufstellen nicht zwei starke Care-Drinks braucht? Warum immer Seelen erschüttern und nicht mal das Zwerchfell? Sie wollen offenbar nur Andacht und Geschpürschmi-Stimmung. Vor zwei Wochen haben Sie selbst das brandheisse Thema Hildebrand zu einem oberlangweiligen Leutschenbach-Geplätscher niedermoderiert. Ich nehme an, Sie interviewen nächstens «Menschen, die ins Wasser gehen wollten» und danach «Geschlagene Männer» . . . Sie haben das neue Jahr schon mit dem seltsamen Thema «Lebenshilfe aus dem Übersinnlichen» eingeläutet. Ich dachte, das sei ein Ausrutscher. Aber es scheint Programm zu sein. Ändern Sie bitte den Namen der Sendung: in «Psycho-Club».

Mit freundlichen Grüssen 
Peter Rothenbühler
 

Genfereien

"Genf torkelt von einem Blödsinn zum nächsten»

Von Matthias Chapman. Aktualisiert um 08:54   (Article paru le 23 janvier dans "Newsnetz" du Tages Anzeiger)

Klüngelei, Rangelei und überforderte Politiker. Genf kommt derzeit nicht zur Ruhe und sorgt regelmässig für Schlagzeilen. Was ist eigentlich los in der Rhonestadt?

 

Es war in der vergangenen Sylvesternacht, als Mark Muller im Genfer Nachtclub «Moulin à Danses» einen Barman am Kragen packte. Und Muller war nicht irgendein Gast, es war der Herr Regierungsrat. Dass sich solches Benehmen für einen Magistraten nicht gehört, versteht sich von selbst. Und Muller selber sah das später auch so ein. Wie diese Genfer Episode zu Ende geht, ist noch offen – einen Rücktritt schloss Muller bisher aus. Die Geschichte aber steht symbolisch für eine Stadt, die derzeit nicht zur Ruhe kommt.

«Genf torkelt von einem Blödsinn zum nächsten», sagt Peter Rothenbühler. Der Deutschschweizer Journalist lebt und arbeitet inzwischen seit knapp 20 Jahren in der Romandie und weiss, wovon er spricht.

Die Genferei

Im Zusammenhang mit Mullers Ausrutscher spricht man in Genf jetzt schon von «genferei». Sprich, um seine Person hat sich schon mehr zugetan. Da war vor allem die Wohnungsaffäre: Der gut bemittelte Herr St aatsrat bewohnt mit Lebenspartnerin und zwei Kindern eine Sieben-Zimmer-Wohnung an bester Lage zum Schnäppchenpreis von 1800 Franken. Beziehungen sei Dank. Das brachte die Genfer in Rage. Und darum fragte nun das Radio im Zusammenhang mit der Handgreiflichkeit ob das «la genferei de trop» (eine Genferei zu viel) war.

All das ginge ja noch, wenn nicht sonst vieles im Argen liegt. Da liefert zum Beispiel die Genfer Polizei seit Wochen und Monaten Stoff für die öffentliche Debatte. Es rumort im Corps, angeblich ausufernde Kriminalität macht den Beamten arg zu schaffen. Im Zentrum des Sturms steht Mullers Ratskollegin, Isabelle Rochat. Viele in Genf sagen von ihr, sie sei der Aufgabe nicht gewachsen, ja gar überfordert. Rothenbühler allerdings sieht auch ihren Vorgänger, den SP-Mann Laurent Moutinot, in der Verantwortung.

Die Tücken mit dem neuen Tram

Dumm für die Genfer Liberalen, dass jetzt mit Rochat und Muller gleich ihre beiden Regierungsr äte negativ auffallen. Und dass mit Muller ein einstiger Hoffnungsträger an Schwung verliert. Allein bei dieser Partei aber ortet Rothenbühler die Probleme der Stadt nicht. Auch im linken Lager steht es nicht zum Besten, so zumindest sieht es Rothenbühler. «Auch die verantwortliche Regierungsrätin für den Öffentlichen Verkehr ist überfordert.» Gemeint ist Michèle Künzler, Grünen-Politikerin und studierte Theologin. Mit einer neuen Tramstrecke erbte sie ein Dossier, das ihr Kopfzerbrechen bereitet. In Genf muss man jetzt viel mehr umsteigen, was bei den Passagieren natürlich nicht gut ankommt. «Da waren offenbar Planer am Werk, die nicht viel Ahnung vom öffentlichen Verkehr haben», so Rothenbühler.

Der Verkehr ist ohnehin die Achillesferse der Rhonestadt. Schon längst bräuchte Genf eine Seetraverse – sei das ein Tunnel oder eine Brücke – um den Kollaps in der Innenstadt zu verhindern. Weil sich Genf aber nicht auf eine Lösungsvariante einigen k ann, steigt auch der Bundesrat nicht auf die Planung ein.

Wer hat eigentlich das Sagen?

Nicht einigen kann man sich im Übrigen zwischen dem Kanton und der Stadt Genf. Wer hat eigentlich das Sagen am südwestlichen Ende der Schweiz? «Die beiden Regierungen bekämpfen sich dauernd», erklärt Rothenbühler. Und wenn es sein muss auch mal öffentlich. Als jüngstes Beispiel nennt der Journalist die «peinlichen» Radiodebatten zwischen Stadtpräsident Pierre Maudet und dem Vorsitzenden des Staatsrats, Pierre-Francois Unger. Hier also liegt ein Grund des Genfer Übels, dass zwei Exekutiven auf dem gleichen Territorium herrschen wollen. Ein Genfer Problem natürlich, denn der Kanton ist nicht viel grösser als die Stadt. Wäre Genf nicht so reich, könnte man sich zwei Regierungen aber schon gar nicht leisten.

Aber nicht nur Hahnenkämpfe um die Macht im Land sind der Genfer Stolperstein. «Die Stadt hat ein Wachstumsproblem», erklärt Rothenbühler. Und hier hält die Politik nicht Schritt, was sich wiederum in Wohnungsnot und Verkehrsproblemen äussert. Und genau hier stockt es offenbar mit Lösungen. So schnell wird die Rhonestadt vermutlich nicht zur Ruhe kommen und sich noch so manche «Genferei» zutragen. ()

Erstellt: 23.01.2012, 15:42 Uhr

 

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